Skat lernen in einfachen Schritten
Wieviele Mitspieler es zum Skat braucht
Eine Skatrunde besteht aus 3 Mitspielern. Diese sollten so zueinander sitzen, dass sie sich gegenseitig nicht in die Karten gucken können.
Es gibt auch nicht-offizielle Varianten des sogenannten Geber-Skats bei denen auch 4 Personen spielen können. Beim Geberskat setzt der Geber rotierend jeweils eine Runde aus und die anderen drei spielen.
Die Karten das Skatspiels
Zum Skatspielen wird ein Skatblatt verwendet, das aus 32 Karten besteht und die Karten 7, 8, 9, 10, Bube (Unter), Dame (Ober), König und Ass in den vier Farben Kreuz ♣, Pik ♠, Herz ♥ und Karo ♦ enthält.
Es kann auch ein 52 Karten Pokerblatt verwendet werden, bei dem dann die 2, 3, 4, 5 und 6-er Karten aussortiert und weggelassen werden.
Beim Skat kommen allermeistens entweder das altdeutsche oder das französische Skatblatt zum Einsatz, wobei letzteres das weiter verbreitete Blatt ist und oft bei Turnieren verwendet wird.
Beim französisch Skatblatt heißen die Farben Kreuz ♣, Pik ♠, Herz ♥ und Karo ♦, wobei sie im altdeutschen Blatt Eichel (kreuz), Grün (pik), herz und Schellen (karo) heißen.
Das Verteilen der Karten an die Spieler
Vor dem ersten Spiel wird festgelegt, wer als erstes die Karten ausgibt, danach rotiert das Mischen und Ausgeben der Karten je Spiel im Uhrzeigersinn.
Ausgeteilt werden die Karten in Gruppen zu 3, 4, 3 Karten je Spieler. Nach der ersten Gruppe von 3 Karten je Spieler wird der Skat (2 Karten) in die Mitte des Tisches gelegt.
Alle Karten werden verdeckt augeteilt. Die Spieler dürfen ihre Karten aufnehmen und ansehen. Der Skat bleibt vorerst verdeckt.
Der Skat - zwei unbekannte Karten
Der Skat bleibt solange verdeckt bis mithilfe des Reizvorganges entschieden wurde welcher Spieler die aktuelle Partie als Alleinspieler spielt und somit den Skat erhält.
Hat sich ein Spieler beim Reizen durchgesetzt, darf er den Skat aufnehmen und gegen 2 Karten des eigenen Blattes austauschen. Danach müssen 2 Karten wieder in den Skat zurück gedrückt werden. Diese Karten gehören dem Spieler und werden am Schluss des Spiels mitgezählt.
Ausser bei Null-Spielen, dürfen keine Buben in den Skat zurück gedrückt werden. Natürlich können Buben im Skat liegen, dies hat sogar nachträglichen Einfluss auf den Spiel- und Reizwert des Spiels. Damit stellt der Skat immer ein Risiko dar, sich zu überreizen.
Die Wertigkeit der Skatkarten
Um festzustellen wer das Skatspiel gewonnen hat, werden die Karten am Ende des Spiels ausgezählt. Dabei haben die Karten verschiedene Wertigkeiten, die sich in Augen- und Farbwerte aufteilen. Die Augenwerte sind: Ass (11), Zehn (10), König (4), Dame (Ober) (3), Bube (Unter) (2). Die Karten 7, 8 und 9 zählen je 0 Augen und sind sogenannte Luschen. Nur wenn über 60 Punkte erreicht wurden, ist das Spiel gewonnen.
Die Augen- und Farbwerte gelten nicht bei Null-Spielen. Bei Null-Spielen zählen am Ende nicht die Punkte aus Karten, sondern der Spieler gewinnt nur, wenn er keinen einzigen Stich bekommt.
Die Werte der Farben
Die Farbwerte für Farbspiele sind: Kreuz (12), Pik (11), Herz (10), Karo (9) und Grand (24). Mit diesen Werten wird am Anfang des Spiels der Reizwert des Blattes und am Ende der Wert des Spiels berechnet.
Neben diesen Farbwerten, mit denen der Großteil der Spiele berechnet wird, gibt es auch noch einige statische Sonderwerte für die Null-Spiele. Dies sind Null (23), Null Hand (35), Null Ouvert (46) und Null Ouvert Hand (59). Diese geben sowohl den Reizwert als auch den Spielwert an.
Der Wert des Spiels
Wenn ein Spiel gewonnen wurde berechnet sich der Wert des Spiels anhand der Anzahl der Buben multipliziert mit dem Farbwert des Spiels. Bei Nullspielen gelten feste Werte (23, 35, 46 oder 59).
Die Buben werden von der Basis Kreuz, Pik, Herz, Karo herabgerechnet. Fehlt z.B. der Kreuzbube heißt es Ohne-1. Fehlen Kreuz- und Pik-Bube heißt es Ohne-2. Fehlen alle Buben: Ohne-4. Ist nur der Herz-Bube vorhenden: Ohne-2. Ist nur der Karo-Bube vorhenden: Ohne-3. Ist nur der Kreuz-Bube vorhenden: Mit-1. Sind Kreuz- und Pik-Bube vorhenden: Mit-2. Sind alle Buben vorhenden: Mit-4.
Beispiel zur Berechnung des Spielwertes: Gewonnen wurde ein Kreuz, wobei nur der Karo-Bube (Ohne-3) im Blatt vorhanden war. Also wird gerechnet: Ohne-3, Spiel-4 mal Kreuz (12) = 48. Das Spiel-4 passiert immer bei der Berechnung, so dass zu dem Ohne-2 / Mit-2, etc. immer noch um eins erhöht wird, bevor mit dem Farbwert multipliziert wird.
Bei verlorenen Spielen wird der Spielwert (außer bei Handspielen) immer verdoppelt. Während ein gewonnener Kreuz (12) Mit-1 Spiel-2 +24 Punkte wert ist, ist der gleiche verlorene Kreuz schon -48 Punkte wert. Wenn dann noch Kontra und Re hinzukommen, verdoppelt sich das immer weiter. So kann man sich zielich schnell in die Miese spielen.
Die größten Einstiegsschweirigkeiten beim Skat haben Anfänger generell bei der Berechnung des Spielwertes und damit auch des Reizwertes. Deshalb sollte dieser Teil gründlich trainiert und verstanden werden. Es ist nicht schwer! Denn wenn das Prinzip klar ist, handelt es sich um simple Kopfrechenaufgaben wie 4x12 oder 3x9. Erst dann fängt es ja an Spaß zu machen.
Der Reizvorgang
Beim Reizen entscheidet sich wer das Spiel als Alleinspieler gestaltet und den Skat aufnehmen darf. Dabei macht der Sager dem Hörer ein Angebot, dass dieser mit JA annehmen oder mit WEG ausschlagen kann. Die zwei Spieler die weg gesagt haben, spielen dann zusammen gegen den Alleinspieler.
Wer sagt und wer hört, hängt davon ab, wer ausgeteilt hat. Im Uhrzeigersinn Geben, Hören, Sagen: hat also Spieler-1 gegeben, muss Spieler-2 etwas sagen und Spieler-3 hört. Ist Spieler-3 weg, muss Spieler-1 weitersagen.
Wenn niemand etwas sagt und alle drei Spieler weg sagen, ist das Spiel hinfällig und es wird zum nächsten Spiel ausgeteilt.
Gereizt wird in einer festen Abfolge von Reizwerten, die den möglichen Spielwerten, die ein Blatt haben kann entsprechen. Dabei können auch Schritte ausgelassen werden, wobei es zum guten Ton gehört, zumindest im unteren Wertebreiche alle Schritte abzufragen.
Der Spieler muss in sein Blatt schauen, und beurteilen ob er mit diesen Karten das Spiel machen will. Sind unter den Karten viele von einer Farbe wie Kreuz, Herz, Pik oder Karos kann auf Kreuz, Herz, Pik oder Karo gereizt werden. Enthält das Blatt nur Luschen, kann auf Null gereizt werden. Enthält das Blatt viele Buben und Asse kann auf Grand gereizt werden.
Der niedrigste Reizwert beim Skat ist 18, was einem einfachen Karo (mit-1/ohne-1 Spiel-2 x (9) = 18) entspricht.
Der höchste Reizwert beim Skat ist 264, was einem Grand (24) Ouvert Mit-4 entspricht. Mit-4 Spiel-5, Hand-6, Schneider-7, Schneider Angesagt-8, Schwarz-9, Schwarz Angesagt-10, Ouvert-11 x (24) = 264.
Die Abfolge der Reizwerte ist: 18, 20, 22, 23, 24, 27, 30, 33, 35, 36, 40, 44, 46, 48, 50, 55, 59, 60, 63, 66, 70, 72, 80, 81, 88, 90, 96, 99, 100, 108, 110, 120, 144, 168, 192, 216, 240, 264
Tricks um den Reizwert zu erhöhen
Der Reizwert lässt sich weiter steigern indem z.B. auf das Aufdecken der Skates verzichtet wird (Option: Hand). Die Berechnung des Reizwertes erweitert sich dann so: Mit-1 Spiel-2 Hand-3 x Kreuz (12) = 36
Auch durch das Ansagen von Schneider und Schneider Schwarz lässt sich neben dem Handspiel der Reizwert weiter erhöhen. Beim Schneider muss der Alleinspieler mehr als 90 Punkte holen und beim Schneider Schwarz sogar alle Stiche.
Extrem-Beispiel für einen hohen Reizwert: Mit-4, Spiel-5, Hand-6, Schneider-7, Schneider-Angesagt-8 x Pik (11) = 88. So kann auch mit einem Farbspiel schon relaltiv hoch gereizt werden.
Die Gefahr zum Überreizen
Grundsätzlich gilt, dass nur so hoch gereizt werden sollte, wie es dem Spielwert des Blattes entspricht. Sollte einer der Mitspieler feststellen, dass überreizt wurde, dann geht das Spiel auch nachträglich verloren.
Bei hohen Reizwerten, besteht immer die Gafahr dass Buben im Skat gefunden werden, die das Blatt abwerten und den Spieler überreizt da stehen lassen. Hier muss der Spieler dann versuchen seine Mitspieler im Schneider zu halten (Diese dürfen nicht auf 30 Punkte kommen) um so den Wert seines Blattes zu erhöhen und evt. aus dem überreiztem Zustand herauszukommen.